Digitale Kuratierungstechnologien, 2015-2017

Digitale Inhalte und Onlinemedien sind omnipresent und relevant wie nie. ART+COM Studios kooperierte mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH (DFKI) und drei Berliner Medienfirmen, um im Rahmen des Technologietransfer- und Forschungsprojektes Digitale Kuratierungstechnologien eine Plattform für Kuratierungsdienste zu entwickeln.

Die digitalen Kuratierungsdienste umfassen sowohl verschiedene semantische Analyseprozesse von Texten und anderen Dokumenten als auch Wissenstechnologien, die auf Dokumentensammlungen angewendet werden können.

Ziel der Kuratierungsdienste ist es, Wissensarbeiter und digitale Kuratoren bei ihrer täglichen Arbeit zu unterstützen, also Prozesse zu automatisieren oder semi-automatisieren, die sie für gewöhnlich ohne komputative Hilfsmittel bewältigen.

Im Forschungsverbund arbeitete ART+COM an der Entwicklung einer Nutzerschnittstelle für Kuratoren, die Inhalte für mediale Exponate in Ausstellungen, Schauräumen und Museen konzipieren und produzieren. Das Interface wurde auf ihre speziellen Bedürfnisse zugeschnitten und folgt damit einem Nutzer-basierten Designansatz.

Der finale Prototyp ermöglicht den Kuratoren, den kuratorischen Prozess mit dem Import von existierenden Dokumenten wie den Briefingunterlagen des Auftraggebers oder mit einer explorativen Schlagwort-basierten Suche im Web zu beginnen.

Die Inhalte werden von dem von DFKI entwickelten Semantik-basierten Tool analysiert und dann extrahiert. Die extrahierten Daten werden mit zusätzlicher Information aus Wikidata angereichert, mit einer Top-Level-Ontologie klassifiziert, also nach Kategorien wie zum Beispiel Person, Organisation und Ort geordnet.

ART+COMs zweiter Fokus lag auf der Visualisierung der extrahierten Information. Diese wurden in D3 implementiert, einer Javascript Bibliothek, die für die Visualisierung von Daten mit HTML, SVG and CSS optimiert ist. Die Herausforderung besteht darin, intuitive und effektive Interaktionsmodule anzubieten, die einen schnellen Überblick über ein spezifisches Thema schaffen und es zulassen, in semantische Schichten vorzudringen und somit tiefer liegende Muster und Verknüpfungen zu erkennen.

Wir haben eine Reihe von Visualisierungen realisiert: eine Netzwerk-Übersicht, Darstellungen des Semantischen Clusterings sowie Zeitleisten und Karten. Exploriert man zum Beispiel das Thema „Harald Blauzahn“, werden alle genannten Visualisierungen kombiniert. Der Kurator kann nun in der Netzwerk-Übersicht alle Orte und Personen erfassen, mit denen der dänische König in Verbindung stand, die Zeit seiner Herrschaft und seine Familiengeschichte in der Zeitleiste sowie wichtige Ereignisse auf der Karte erkunden.

Das Projekt “Digitale Kuratierungstechnologien” (DKT) wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung ( BMBF), dem Unternehmen Regio und dem Instrument Wachstumskern-Potenzial (no. 03WKP45) gefördert.

Weiterführende Information: http://www.digitale-kuratierung.de