Experience Centre Royal Jelling, 2015

Jelling, Dänemark

Jelling mit seinen Runensteinen und Grabhügeln ist eine der wichtigsten kulturhistorischen Stätten Dänemarks und als Weltkulturerbe von der UNESCO gelistet. Das umgebaute und auf 1000 qm erweiterte Ausstellungszentrum Kongernes Jelling widmet sich der dänischen Geschichte, Mythologie und nicht zuletzt den Mysterien um die Wikingerkönigsfamilie rund um Gorm den Alten und Harald Blauzahn. Das Haus integriert jüngste Forschungsergebnisse, welche ein komplexes Bild der Wikingerkultur, ihrer kultischen Bräuche und ihres Übergangs zum Christentum zeichnen.

ART+COM Studios entwickelte sowohl die Gesamtinszenierung der Ausstellung als auch die medialen Exponate.

Die stark mediale Ausstellung vermittelt die Legenden und das archäologische Wissen in lebendiger Form. Kongernes Jelling ist kein klassisches archäologisches Museum, sondern macht Archäologie als kontinuierlichen und aktiven Prozess begreifbar. Besucher können in zehn verschiedenen Ausstellungsbereichen an vierzig medialen Exponaten in die Entstehungszeit Jellings und das Leben der Wikinger eintauchen. Die Besucher erwarten in jedem Raum neue Erlebnisse. Die Räume verändern sich durch die mediale Bespielung kontinuierlich, sodass Besucher zum mehrfachen Besuch angeregt werden.

Handzeichnungen ziehen sich als zentrales Motiv durch die gesamte Ausstellung. Ein Zeichenroboter im Foyer veranschaulicht, dass Wissen nicht unumstößlich, sondern ein Erkenntnisprozess ist. Er kann mit Bildern z.B. von neuesten Funden „gefüttert“ werden, die er dann an die Wand zeichnet.

Der Ausstellungsbereich „Wikingerwelt“ ist von einem Panorama umgeben, das den Raum nach den archetypischen Lebensbereichen der Wikingerzeit strukturiert: Leben im Dorf, Handel sowie Kampf und Eroberung. In das Panorama integrierte, diese Themen illustrierende Bewegtbilder sind über Interfaces abrufbar. An zahlreichen Artefakten und interaktiven Medienstationen können die Besucher die verschiedenen Lebensbereiche erkunden.

Im „Mythologie-Raum“ hören die Besucher Geschichten, die über die Jahrhunderte mündlich überliefert wurden. Begleitend werden Bewegtbilder auf eine Baumskulptur im Zentrum des Raumes projiziert, die auf Yggdrasil, den mythologischen Lebensbaum der Wikinger, referenziert. An den Wänden sind Bilder von verschiedensten Opfergaben der Wikinger als farbig hinterleuchtete Silhouetten inszeniert.

Spezielle mediale Exponate verbinden den Innen- und Außenraum. Einige wichtige archäologische Funde wie die Grabhügel, das Steinschiff und die Runensteine sind im Außenraum zu besichtigen. In der Ausstellung sind diese dann virtuell und interaktiv an Medieninstallationen erlebbar. Zudem können Besucher das Areal virtuell „überfliegen“: Die interaktiven Filme sind mit einer „Archeodrone“, einer für diesen Zweck entwickelten und mit Kameras ausgestatteten Drohne, vorher aufgezeichnet worden.

An den zwei Timescopes auf der Terrasse können Besucher erfahren, wie sich die Langhäuser, Kirche, Grabhügel und die Holzpalisade über die letzten Jahrhunderte verändert haben. Die Besucher sehen durch die Timescopes ein Live-View des Geländes. Darüber sind Markierungen der wichtigsten Bereiche geblendet, die der Besucher per Knopfdruck auswählen und so in die verschiedenen Zeiten zurückgehen kann.

Die Ausstellung wurde mit einer Reihe von Partnern wie Bertron Schwarz Frey, Jonas und der Wolf, m box, MKT, M.o.l.i.t.o.r., Monath & Menzel, picaroMEDIA, Weißpunktundpurpur realisiert. Auftraggeber war die Kommune Vejle. Bildrechte – Bild 1: Jochen Voos; nachfolgende Bilder: © ART+COM