floating.numbers, 2004

Jüdisches Museum Berlin

Zahlen werden für gewöhnlich als quantitative Maß­einheiten wahrgenommen. Darüber hinaus haben sie aber auch oft religiöse, historische, mathematische oder philosophische Bedeu­tungen. floating.numbers ruft diese im digitalen Zeitalter häufig vergessenen oder unbekannten Bedeutungsebenen wieder ins Bewusstsein.

Die Installation besteht aus einem interaktiven Tisch im Format 9 x 2 Meter, über den ein kontinuierlicher Strom von Zahlen fließt. Nach einem Zufallsprinzip tauchen immer wieder einzelne Zahlen an der Oberfläche des Tisches auf. Werden diese berührt, geben sie ihre Bedeutungen in Form von Texten, Bildern, Animationen oder kleinen interaktiven Applikationen preis.

Als Interface ist bewusst ein Tisch-Format gewählt worden. Der Tisch ist kulturgeschichtlich ein Ort der Kommunikation. An dem Medientisch treten die Nutzer sowohl in einen Dialog mit der Anwendung als auch in einen inhaltlichen Aus­tausch miteinander. Das Interaktionsprinzip ist einfach gehalten. Unter der Tischoberfläche sind Kapazitätssensoren angebracht, die die Tisch­fläche berührungsempfindlich machen.

Der auf den Tisch projizierte Content ist computativ gestaltet und wird in Echtzeit generiert. So entsteht der Eindruck eines autonomen, verhaltens­basierten Systems. Die auf dem Tisch schwim­menden Zahlen sind sogenannte „Typobots“ (Type-Robots), denen ein spezifisches Verhalten implantiert wurde (sich entlang verschiedener Ströme bewegen, sich entsprechend ihrer Länge wie bestimmte Fische vorwärts bewegen, sich in Richtung Attraktoren bewegen etc.).

floating.numbers war der erste vieler weiterer Multitouch-Tisch-Installationen, die auf derselben Technologie basieren.