Urban Jungle Pack, 1999

Der Ausgangsgedanke für das Urban Jungle Pack war, ein AR-System zu schaffen, mit dem man sich frei durch den Raum bewegen kann und durch das man virtuelle, ortsbezogene Information erhält – im Prinzip wie es heute das Google Glass tut.

Daraus entwickelte sich ein mobiles System, das nicht nur ortsbezogene Information abrufen und darstellen, sondern mit dem der Träger selbst Information sammeln und senden bzw. veröffentlichen konnte. Unter dem Namen Urban Jungle Pack wurde das Mediensystem schließlich bei verschiedenen Events wie der Love Parade 1999 und der Open Art München 2000 zur Live-Berichterstattung eingesetzt und getestet.

Das Urban Jungle Pack bestand aus mehreren Elementen: Auf dem Kopf saß ein System bestehend aus einem transluzenten Display vor den Augen des Trägers, einer Videokamera, einem Mikrofon und einem kleinen Lautsprecher am Ohr. Auf dem Rücken wurde der Linux-Computer getragen; vor dem Bauch befanden sich die Batterien. Ausgestattet war das Urban Jungle Pack zudem mit einem Global Positioning System, einem Kompass, einem 10-inch Bildschirm und einer Tastatur. Auf die Datenbrille wurden standortbezogene Informationen gespielt, z.B. geografische Karten mit Positionsmarkierung oder Text-und Bildinformationen zu Gebäuden. Über die Videokamera, Mikropfon und Tastatur konnten Livebilder, Liveton und Text erfasst werden. Ins Netz übertragen wurden die Daten über Mobilfunk.

Das System wurde später in verschlankter Form für die Wartung von Industrieanlagen getestet. Die Idee dahinter war, dass ein mit dem System ausgestatteter Mitarbeiter bei der Wartung von einem Experten fernmündlich angeleitet werden kann. Statt die Daten mit Mobilfunk zu übertragen, wurde dabei WLAN genutzt.

Gefördert wurde die Entwicklung des Urban Jungle Pack von der Berkom, eine Tochter der Deutschen Telekom, als eine Anwendung, die das damals im Wachstum befindliche UMTS-Netz sinnvoll nutzt.