NuForm, 2021–2022

NuForm ist ein BMBF-gefördertes Forschungsprojekt, das menschliche Begegnung und Kommunikation zwischen physischen und virtuellen Räumen erforscht.
Zusammen mit dem Museum für Naturkunde Berlin werden zwei Jahre lang neue Formen und Formate der hybriden Begegnungskommunikation entwickelt, die das Museumserlebnis nachhaltig verändern
sollen.

So wie viele Bereiche der Gesellschaft in den letzten Jahren eine digitale Transformation erlebt haben, sind auch Museen auf dem Weg der Digitalisierung ihrer Häuser. Auch sie möchten neue Zugänge und innovative Vermittlungsformate anbieten, die eine digitale Teilhabe und Präsenz von Grund auf mitdenken. In Museen entdecken und lernen Menschen Neues, kommen mit Inhalten und Exponaten in Kontakt, die für Bildung und Erleben bewahrt, erforscht und ausgestellt werden. Als öffentliche Orte sind sie aber auch Räume für soziale Begegnungen, in denen sich Menschen gemeinsam aufhalten und austauschen können.

Das Forschungsprojekt NuForm fokussiert deshalb nicht nur die Potenziale des Digitalen, sondern untersucht, wie sich ein Museumsbesuch als gemeinsames Erlebnis manifestiert. Wir erforschen, welche sozialen Interaktionen hierbei von Bedeutung sind und wie durch eine Verschränkung des Physischen und Virtuellen neue Begegnungsformate entstehen können, um die Institution Museum nicht nur vor Ort zugänglich zu machen.

Bisher bleiben digitale und physische Erfahrungen bei Museumsbesuchen klar voneinander getrennt. Echte hybride Formate und technische Infrastrukturen, die Off- und Online-Welten verbinden und so gemeinsame Erlebnisse ermöglichen, existieren bisher (noch) nicht.

Hier setzt NuForm an und ergründet, inwieweit es möglich ist, das Museum in ein hybrides Gebilde zu verwandeln, das gleichzeitig geografischer Ort, virtuelle Erfahrung und Raum für soziale Begegnungen sein kann. Wie können Ausstellungen für Gruppen erlebbar gemacht werden, auch wenn sie sich nicht zur gleichen Zeit vor Ort befinden? Wie ist es trotzdem möglich, Nähe zueinander entstehen zu lassen? Wie kann die Atmosphäre vor Ort auch digital erlebt werden? Wie können virtuelle Besuche genutzt werden, um Räume und Objekte zu erweitern und eine neue Art des Zugangs zu ermöglichen?

In enger Zusammenarbeit mit dem Museum für Naturkunde werden in iterativen Prozessen technologische Konzepte erforscht, erarbeitet und prototypisch an Nutzer*innen-Gruppen getestet. Die Experimente werden zudem durch eine Ethnografin methodisch begleitet und aus einer sozialwissenschaftlichen Perspektive evaluiert. Im Projekt verfolgen wir einen interdisziplinären und nutzer*innenzentrierten Design-Ansatz und überprüfen die entwickelten Lösungen im laufenden Museumsbetrieb.