Spheres, 2008
BMW Museum, München
Von einem inneren, zentralen Platz im neuen BMW Museum aus können Besuchende sieben „Häuser” erkunden, in denen die verschiedenen Ausstellungsbereiche untergebracht sind. Die mehrstöckigen „Häuser“ und ihre Übergänge erlauben es, den Platz und die auf ihm ausgestellten Fahrzeuge von oben zu sehen, sodass der Eindruck eines öffentlichen Platzes entsteht.
Die Mediatektur Spheres nimmt Fassaden der um den Platz liegenden Häuser ein und erweitert visuell den Raum mittels 3D-Grafiken und bewegtem Bild. Dazu wurde insgesamt 700 Quadratmeter Wandfläche mit monochrom-weißen LEDs überzogen und anschließend mit satiniertem Glas verkleidet. Auf diese Weise ist das technische System nicht erkennbar, und die Bilder werden Teil der dynamischen Fassaden.
Die Mediatektur ist mit rein abstrakten sowie mit abstrakt-figurativen Motiven bespielt. Die rund 20 unterschiedlichen Animationen erzeugen eine Atmosphäre von gleichzeitig technischer und poetisch-emotionaler Dimension. Umgeben vom Fluss der Bilder erfahren Besuchende den Raum ein jedes Mal neu, wenn sie ihn durchschreiten. So entsteht ein intensives raumzeitliches Erlebnis. Die Animationen sind in erster Linie autoaktiv. Befinden sich jedoch nur wenige Menschen im Museum, schaltet das System in einen reaktiven Modus. Ein Video Tracking-System erfasst die genaue Position und Bewegung der Besuchenden, die sodann die Grafik beeinflussen. Sie werden miteinbezogen und erfahren das Museum als dynamischen Ort, den sie durch ihre Präsenz verändern.
Das BMW Museum ist ein Gemeinschaftsprojekt von ART+COM (mediale Inszenierungen und interaktive Installationen) und Atelier Brückner (Architektur und Ausstellungsinszenierung).